{"id":123,"date":"2017-11-08T14:36:16","date_gmt":"2017-11-08T13:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.helge.de\/wordpress\/?p=123"},"modified":"2017-11-08T22:23:36","modified_gmt":"2017-11-08T21:23:36","slug":"stephen-please-ich-bitte-dich-laber-keinen-scheiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.helge.de\/wordpress\/?p=123","title":{"rendered":"Stephen, please! Herr Hawking malt den Weltuntergang."},"content":{"rendered":"<p>Der Folgende Artikel kursiert derzeit in den sozialen Medien, ein englischsprachiges Gegenst\u00fcck dazu gibt&#8217;s ebenfalls:<\/p>\n<p>https:\/\/de.sputniknews.com\/amp\/wissen\/20171107318199764-stephen-hawking-ende-menschheit-alpha-centauri\/<\/p>\n<p>Der Artikel findet gro\u00dfen Zuspruch und verursacht kollektives Kopfnicken. Aber wieso? Ich glaube, dass die sozialen Medien uns mit viel zu vielen negativen Nachrichten \u00fcberfluten, obwohl der globale Trend\u00a0 gar nicht so negativ ist, wie er scheint. Deshalb hier eine kurze Gegendarstellung, die ich den Optimisten unter uns anbieten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ich mag kein Genie sein, aber ich teile Hawkings Ansicht nicht. Ein paar Milliarden Menschen nach Alpha Centauri zu verschiffen, oder auch nur auf den Mars, erscheint mir logistisch und\/oder technologisch nicht durchf\u00fchrbar. Stephen Hawking wei\u00df das, daher nehme ich an, sofern er nicht doch langsam senil wird, dass seine Worte als Warnung verstanden werden wollen. Und damit hat er nat\u00fcrlich nicht ganz Unrecht: Es gibt eine Menge zu tun vor unserer Haust\u00fcr, der Berg an Aufr\u00e4umarbeit sieht \u00fcberw\u00e4ltigend aus. Aber er ist nicht un\u00fcberwindbar.<\/p>\n<p>Zwar kann ich nicht ausschlie\u00dfen, dass wir Menschen uns selbst absichtlich oder unabsichtlich ausrotten, aber die Prognose, dass die \u00dcberbev\u00f6lkerung den Planeten Erde in einen &#8222;sizzling fireball&#8220; verwandeln wird, finde ich \u00fcberraschend. Dazu w\u00fcrde ich gerne die Zahlen nebst Hochrechnungen sehen, auf denen das fu\u00dft. Anscheinend teilen auch die Vereinten Nationen diese Auffassung nicht, denn dort sieht man im Gegenteil einen Trend, dass die Zunahme der Population sich verlangsamt, und in den n\u00e4chsten 100 Jahren sogar wieder r\u00fcckl\u00e4ufig werden wird. Das deckt sich hervorragend mit der Erkenntnis, dass wohlhabende Staaten generell weniger eigene Nachkommen produzieren. Mit anderen Worten: Mehr Wohlstand auf der ganzen Welt ergibt geringere Populationsdichte. Wir sollten also weiter an der Verbesserung des globalen Lebensstandards arbeiten.<\/p>\n<p>Menschen haben sehr gro\u00dfe Schwierigkeiten damit, exponentielle Vorg\u00e4nge zu prognostizieren (siehe: Schachbrett-Metapher). Von Stephen Hawking w\u00fcrde ich erwarten, dass er mit diesem Bias vertraut ist, daher r\u00e4ume ich ein, dass ihm Daten vorliegen, die seine These untermauern, die mir nicht vorliegen. Worauf ich aber hinaus m\u00f6chte ist, dass Technologie nicht nur Probleme verursacht, sondern potenziell Probleme auch l\u00f6sen kann. Wir stehen derzeit am Beginn eines Trends, wo zunehmend Technologie f\u00fcr Probleml\u00f6sungen eingesetzt wird (Beispiel: Solar). Technologie entwickelt sich aber nicht linear, sondern erfahrungsgem\u00e4\u00df in Spr\u00fcngen mit regelm\u00e4\u00dfigen exponentiellen Sprints in bestimmten Dom\u00e4nen. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass wir Menschen unsere Probleme im Prinzip l\u00f6sen k\u00f6nnen. Und je mehr Menschen diesen vorsichtigen Optimismus teilen, desto wahrscheinlicher wird ein positives Auskommen!<\/p>\n<p>Wenn wir Menschen in den n\u00e4chsten 600 Jahren\u00a0 dennoch verschwinden, dann m\u00f6glicherweise nicht deshalb, weil wir einander gewaltsam ausrotten, sondern weil wir bis dahin unsere Evolution selbst in die Hand genommen haben, und nicht mehr wirklich Homo sapiens sind, sondern etwas anderes. Wir sind zunehmend in der Lage, das zu tun (siehe CRISPR\/cas9). Auch eine zunehmende Verschmelzung mit Maschinen ist denkbar (Elon Musk&#8217;s Neural Lace sei genannt). Manche m\u00f6gen das gruselig finden, aber niemand soll gedr\u00e4ngt werden, sich daran zu beteiligen.<\/p>\n<p>Also, lieber Stephen Hawking. Die Warnung ist angekommen, und wurde verstanden. Die Apokalypse zu verk\u00fcnden ist sch\u00f6n und gut, aber wenn Sie nicht wollen, dass wir Menschen die H\u00e4nde in den Scho\u00df und den Kopf in den Sand stecken, sollten Sie sich auch Gedanken \u00fcber L\u00f6sungsans\u00e4tze\u00a0 machen, die nicht Nanoraumschiffe involvieren, sondern normalen Menschen auf der Stra\u00dfe einen Grund geben, morgens aufzustehen und nach dem Guten zu streben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Folgende Artikel kursiert derzeit in den sozialen Medien, ein englischsprachiges Gegenst\u00fcck dazu gibt&#8217;s ebenfalls: https:\/\/de.sputniknews.com\/amp\/wissen\/20171107318199764-stephen-hawking-ende-menschheit-alpha-centauri\/ Der Artikel findet gro\u00dfen Zuspruch und verursacht kollektives Kopfnicken. Aber wieso? Ich glaube, dass die sozialen Medien uns mit viel zu vielen negativen Nachrichten \u00fcberfluten, obwohl der globale Trend\u00a0 gar nicht so negativ ist, wie er scheint. 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