{"id":64,"date":"2016-07-05T18:56:43","date_gmt":"2016-07-05T16:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.helge.de\/wordpress\/?p=64"},"modified":"2016-07-06T15:25:25","modified_gmt":"2016-07-06T13:25:25","slug":"unbegrenzte-lebensspanne-teil-2-tun-oder-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.helge.de\/wordpress\/?p=64","title":{"rendered":"UNBEGRENZTE LEBENSSPANNE: TEIL 2: Tun oder lassen?"},"content":{"rendered":"<pre>Hier klicken f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.helge.de\/wordpress\/?p=45\">[Teil 1]<\/a> [Teil 2]<\/pre>\n<pre>Stellt man Menschen in Aussicht, den Alterungsprozess in nicht allzuferner Zukunft heilen und abschaffen zu k\u00f6nnen, herrscht zun\u00e4chst einmal Unglauben. Verst\u00e4ndlich angesichts der Tatsache, dass seit Anbeginn der Menschheitsgesichte alle derartigen Versuche scheiterten.\r\n\r\nViele wiederum, die es f\u00fcr prinzipiell m\u00f6glich erachten, \u00e4u\u00dfern Bedenken. Sollte man Menschen eine unbegrenzte Lebensspanne gew\u00e4hren? Welche Auswirkung h\u00e4tte das auf die Welt? In diesem Artikel m\u00f6chte ich auf das am h\u00e4ufigsten genannte Argument eingehen:\r\n\r\n<strong>\u00dcberbev\u00f6lkerung<\/strong>\r\n\r\nMehr als 100.000 Menschen sterben weltweit <em>t\u00e4glich<\/em> an den Krankheiten des Alterns, und in den meisten F\u00e4llen ist es kein sanftes Hin\u00fcbergleiten, sondern eine Qual, die sich \u00fcber Jahre, manchmal Jahrzehnte hinzieht. Zudem verursacht die Behandlung der Alterskrankheiten einen hohen finanziellen Aufwand, der das Gesundheitssystem enorm belastet.\r\n\r\nAber wenn Menschen nicht mehr infolge hohen Alters st\u00fcrben, lautet ein h\u00e4ufig vorgebrachtes Argument, w\u00fcrde dies nicht das Problem der \u00dcberbev\u00f6lkerung verst\u00e4rken?\r\n\r\nDie UN prognostiziert, dass das Bev\u00f6lkerungswachstum bis zum kommenden Jahrhundert stagnieren, oder sogar r\u00fcckl\u00e4ufig sein wird. In den westlichen Industrienationen kann man diesen Trend bereits seit l\u00e4ngerem beobachten: \u00dcberall dort, wo Wohlstand und Sicherheit herrschen, gehen die Geburtenziffern zur\u00fcck, und das Durchschnittsalter der Bev\u00f6lkerung steigt an.\r\n\r\nDer Wohlstand breitet sich nachweislich immer weiter \u00fcber die Erde aus; auch, wenn der Fortschritt langsamer als w\u00fcnschenswert voranschreitet. Die Annahme eines globalen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs ist zumindest plausibel.\r\n\r\nDoch selbst, wenn dies nicht zutr\u00e4fe: W\u00fcrde das Altern heilbar, w\u00e4re es dann nicht unsere humanit\u00e4re <em>Pflicht<\/em>, es auch zu tun? (In diesem Fall m\u00fcssten freilich andere L\u00f6sungen f\u00fcr das Einschr\u00e4nken des Wachstums gefunden werden - beispielsweise die Begrenzung der Kinderanzahl pro Kopf. Ich denke aber, dazu wird es nicht kommen.)\r\n\r\nTats\u00e4chlich heilen wir das Altern bereits jetzt, wenn auch noch unvollst\u00e4ndig. Vor Beginn der modernen Medizin starben Menschen in ihrem dritten oder vierten Lebensjahrzehnt - im Durchschnitt nat\u00fcrlich.\r\n\r\nMit den Fortschritten auf dem Gebiet der Medizinwissenschaften hingegen erreichten Menschen ein immer h\u00f6heres Alter. Heutzutage hat ein Mensch in einer Industrienation eine gute Chance, seinen 80. Geburtstag zu erleben.\r\n\r\nAls komplett heilbar k\u00f6nnen wir das Altern noch nicht einstufen, aber die bisherige Verdopplung unserer Lebenserwartung spricht eine deutliche Sprache: Wir <em>wollen<\/em> das Leben verl\u00e4ngern, wir <em>wollen<\/em> die Krankheiten des Alterns heilen; alle unsere Bem\u00fchungen streben seit jeher danach. \r\n\r\nWarum beim bisher Erreichten innehalten? Wer m\u00f6chte schon Demenz, Alzheimer und Arteriosklerose bekommen, wenn es doch vermeidbar w\u00e4re?\r\n\r\nDas Altern nicht zu bek\u00e4mpfen, mit den Krankheiten des Alterns ohne jede Gegenwehr leben und sterben zu wollen, w\u00fcrde letztlich bedeuten, jegliche medizinische Errungenschaft der letzten hundert Jahre wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Und sich wieder mit den d\u00fcnnen 30 oder 40 Jahren zufrieden zu geben, mit denen wir vor dem Einzug der modernen Medizin rechnen konnten. Schwer vorstellbar, dass wir als Zivilisation das wirklich wollen.\r\n\r\nDie \u00dcberbev\u00f6lkerung ist ein Problem, das in den n\u00e4chsten hundert Jahren plausibel r\u00fcckl\u00e4ufig sein k\u00f6nnte, w\u00e4hrend gleichzeitig der Anteil der alternden Bev\u00f6lkerung zunimmt. Das unermessliche Leid und Massensterben alternder Menschen hingegen ist eine Realit\u00e4t, die ohne Intervention niemals r\u00fcckl\u00e4ufig sein wird.\r\n\r\nIn nicht all zu ferner Zukunft k\u00f6nnten medizinische Interventionen das biologische Altern abschaffen; niemand m\u00fcsste mehr alters sterben. Ich wiederhole daher meine Frage aus dem Titel: <em>Tun oder lassen?<\/em>\r\n\r\nN\u00e4chsten Dienstag m\u00f6chte ich mich mit weiteren Argumenten befassen, die die Abschaffung des Alterns infrage stellen. Kann das Leben nur im Kontrast zum Tod einen tieferen Sinn ergeben? Ist es wider die Natur, den Tod zu besiegen? Muss das Alte zwangsl\u00e4ufig dem Neuen Platz machen?\r\n\r\nWie immer gilt: Es gibt keine einfachen Antworten...\r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier klicken f\u00fcr [Teil 1] [Teil 2] Stellt man Menschen in Aussicht, den Alterungsprozess in nicht allzuferner Zukunft heilen und abschaffen zu k\u00f6nnen, herrscht zun\u00e4chst einmal Unglauben. Verst\u00e4ndlich angesichts der Tatsache, dass seit Anbeginn der Menschheitsgesichte alle derartigen Versuche scheiterten. Viele wiederum, die es f\u00fcr prinzipiell m\u00f6glich erachten, \u00e4u\u00dfern Bedenken. 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